Archiv der Kategorie: Anglerlatein

Beiträge die unter Anglerlatein automatisch Veröffentlicht werden. Neuster Beitrag steht an oberster Stellen .

Der doppelte Fang

Die drei Senioren des Vereines, die Namen werden hier verschwiegen, haben eine ehemalige kleine Fischzuchtanlage von den ehemaligen Betreibern gepachtet, nur drei kleine flache Teiche, eben gerade so 2 × 5 m große Becken und höchstens 2 m tief.
Ausreichend für Karpfen und ähnliche Tiere zum Halten, wobei ein See etwas größer ist, in ihm leben auch Hechte und 3-5 Störe, die gerade mal so 1,2 m lang sind. Die Störe sind einfach nur zur Freude der Besitzer im See vorhanden. Normalerweise sollen die nicht an die Angel gehen, doch manchmal passiert auch das. Der doppelte Fang weiterlesen

Knacken im Gebüsch

Wie die anderen Jahre war auch der Flug schon im Jahr vorher gebucht, das Wohnmobil bestellt und die Ruten in das Wasserrohr aus Plastik eingepackt. Es sind ja nur die schweren Ruten, die leichten für die heimischen Vereinsgewässer oder den Rhein warten auf ihren Einsatz in der Garage auf den Leisten. Für Kanada ist leichte Ausrüstung überflüssig. Überflüssig sind auch die Worte des Chauffeurs, den unser Angler im Beruf hatte, in den heutigen Zeiten eines Navigationsgerätes. Das Navi verfährt sich nicht, anders der Chauffeur. Hatte er sich mal im Bundesland verfahren, lehnte er sich vor, schaut aus dem Fenster zur Seite nach links, nach vorn und zur rechten Seite. Der Mitfahrer wusste dann schon was kommt: „Aber schön ist es hier!“ Die Worte kamen so sicher, wie es hässliche Landschaften gibt, in denen er sich verfahren hat. Ganz anders in Kanada an einem Fluss im Juli. Die Lachse zieht es aus dem Pazifik hoch hinauf in die Berge, bis das Wasser keine 50 cm Mächtigkeit mehr hat. Knacken im Gebüsch weiterlesen

Die besondere Wasserkugel

Wir alle kennen die Form einer Kugel. Schön und gleichmäßig zu allen Seiten. Die Fische kennen die Form aber auch, die so lässig auf dem Wasser aufklatschen und mit einer Schnur verbunden sind. Manch eine Schnur hat einen Haken, besonders die an Seen mit Fischen darin. Mit einem kleinen Wurm daran oder etwas anderes wohlschmeckendes. Manch ein Kamerad hat daraufhin das kühle Etwas freudig zappelnd verlassen und kehrte nie wieder zurück, weil es in der anderen Welt so schön ist. Doch diese blöden Kugeln zeigen eben Gefahr, wenn man die nasse Welt beibehalten möchte. Ein Angelkamerad fischt seit Ewigkeiten mit den kugeligen oder eiförmigen Schwimmern, auch wenn schon seit Zeiten keine Fische mehr beißen. Hartmut ist da ein ganz anderer Typ. Die besondere Wasserkugel weiterlesen

Perfekter Überkopfwurf

Lange wurde mit den alten, starren und schweren Bollen von Ruten geübt und Schulterkraft aufgebaut, ebenso wie die Schnelligkeit der Armstrecker-Muskeln. Beides muss und soll harmonieren, ästhetisch aussehen. Nicht nur beim Casting auf dem Rasen, nein, auch beim Blinkern am mit Schilf umwachsenen Baggersee. Nur fünf Hektar sind für die Angler, die anderen fünfundzwanzig Hektar gehören der Natur. Blässhühner, Rallen, Teichrohrsänger, Frösche, Seerosen, Krautlaicher, Hechte und Karpfen fühlen sich wohl in der Nachbarschaft mit den Schwänen und Stockenten zu leben. Die Enten sind am zutraulichsten, wagen sich dicht an die Spaziergänger und Angler heran. Die neue Rute wird heute eingeweiht. Frisch bekommen von dem großen Versandhändler aus dem Norden des Bundeslandes. Wie schon manch eine vorher und wohl auch folgend. Ausgepackt, zusammengesteckt und draußen ein paar Windschläge vollführt. „Huih! Das Zischt! Perfekter Überkopfwurf weiterlesen

Piercing – selbstgemacht –

„So, lieber Klaus. Heute bist du dran über dich zu lesen. Mit Leib und Seele Angler und Ausbilder, mit den Kursen hast du schon an Jahren Silberhochzeit gefeiert, immer auf der Suche nach Schulungsmaterial, egal ob Bilder von Fängen, Fischnährtieren oder Kamberkrebsen. Letztere werden nicht nur gezeigt, sondern auch die Zubereitung vorgeführt und wie sie schmecken. Nur wer möchte. Am Besten ist jedoch das Lösen eines Hängers mit einem Drilling draußen am Gewässer. Selber Schuld, wer an der Stelle wirft, wo die Hechtunterstände sind.“ „Na klar, verehrter Leser. Weiß ich doch. Nur da, wo die Hechte stehen kann der Klaus sie auch fangen, oder auch Schulungsmaterial produzieren. Nämlich dann, wenn kein Hecht beißt, sondern ein stabiler Ast sich mit dem Drilling und Spinner vereinigt. Ausgerechnet der Lieblingsspinner muss sich festhaken, den der Angelladen nicht mehr führt und auch sonst kein Internet-Versender. Mit Mühen, Rucken, Zucken, Querziehen, Spannung auf die Schnur ziehen und plötzlich loslassen, alles hilft nicht. Der Spinner bleibt fest. Das Messer zum Kappen der Schnur ist schon geöffnet, Piercing – selbstgemacht – weiterlesen

Die Anglerin

Von Montag bis Freitag wird der Bürostuhl gedrückt, am Freitag noch eben eine Dose Bienenmaden mit dem Fahrrad aus dem Angelgeschäft geholt und dann kann es Sonntag werden. Die Forellensaison am See wird eröffnet. Lauter Kameraden stehen in der Sonne um den See herum, warten auf die Ansage des Chefs, er hat Neuigkeiten zu berichten, wurde angekündigt. Nun denn, die Spannung steigt, die Zeiger wandern von 9:30 Uhr auf ein 9:45 Uhr, die Zeit der Ansprache. Sie ist kurz und knapp. Die Zeiten für die zwei Durchgänge und den Rest beim Mittagessen. Ab zehn gilt: Petri Heil! Keiner kann es abwarten, alle stiefeln zu den montierten Ruten, pfropfen den oder die Köder auf die Haken. Um Punkt Zehn geht es los. Aus allen Richtungen platschen die Köder mit Posen auf das Wasser, es spritzt dort und hier, bevor Ruhe einkehrt hängen die ersten Regenbogenforellen an den Haken, werden mit den Keschern aus dem Element gehoben und waidgerecht versorgt. Schnell geht das Betäuben, einen Schnitt oder Stich, Haken entfernt, neu beködert und wieder fliegt die Pose, Wasserkugel oder was der Angelladen sonst zu bieten hat fort vom Angler, bringt den Haken ans Ziel. Dahin, wo die Forellen ziehen. Übertönt wird das fröhliche Plätschern von einem Schrei: Eine der wenigen Anglerinnen schreit: Juchihujucheeee! Alle blicken zu ihr, brüllen: „Petri!“ Sie hat auch eine Forelle gefangen, die erste von acht an diesem Tag von zehn erlaubten. Und so schallt es weitere siebenmal Juchihujucheeee über und um den See. Per Handy wird die Familie für den Abend eingeladen, es gibt frischen Fisch und eine freudige Anglerin. Petri!

Noch eine Möwe

Endlich zappelt an der Hegene im irischen Erne ein Barsch. So 120 g hat der Stachelträger. Mindestens… „Was meint ihr?“ Klaus fragt die anderen. „Mindestens 130 g, eher 140!“ Die Aussage wird mit einem Nicken bekräftigt, auch wenn sie dadurch nicht richtiger wird. Egal. Bestätigung ist alles. Und es ist auch noch der Irish Coffee fertig. Alle trinken ihn mit Kaffee und dem irischen Destillat. Nur nicht der Barsch-Fänger. Er trinkt ihn mit der schwarzen Flüssigkeit mit dem Doppelnamen, die beide mit „C“ anfangen. Ein Buchstabe, den wir noch laut hören werden. Der Stachelträger schwimmt erst einmal in einem großen Eimer, der Coffee in den Mägen. Dann ist der Stachelritter dran, fischen mit lebendem Köderfisch ist auch in Irland nicht erlaubt, also… der unschöne Teil beim Raubfisch fangen. Bald ist er nicht mehr, angehakt, den Kollegen Bescheid gesagt: „Jetzt wird ausgeworfen“, alle gehen in Deckung. Unter Wasser sind die Fische, auf dem Wasser keine Boote unterwegs, auch keine Enten, in der Luft drei Möwen. Weit weg? Es wird reichen. Der Barsch hebt ab, fliegt weit auf die offene See und schlägt doch nicht auf dem Wasser auf. Eine der Möwen war doch zu nah, hat den Barsch geschnappt und sich selbst gehakt. Das Stahlvorfach hält sowieso, die Hauptschnur, eine Monofile hält auch. Nun heißt es zügig einholen, die im hohen „C“ kreischende Möwe zum Boot am Steg ziehen, kein schöner Drill, die Möwe wehrt sich vehement mit heftigen Flügelschlägen, bis sie den Kescher über sich hat. Sie gibt Ruhe. Mit dem Handtuch über sich zum Beruhigen erst recht. Die Beringung ist zu sehen, ein Schleswig-Holsteiner Ring, weit gereist das arme Tier. Mit geübtem Griff ist der Drilling frei, der Fisch bleibt dem Flügeltier als Futter. Das Tuch wird abgehoben, der Kescher am langen Stil gehalten, alle gehen in Deckung, der Kescher angehoben, die Möwe steht auf. Sie lässt einen großen weißen stinkigen Fleck aus sich heraus, geht einen Schritt voraus, sieht den Eimer mit den Köderfischen, klaut einen Barsch aus dem Eimer, wohl als Schmerzensgeld und hebt ab. Erneut erklingt das hohe „C“ und weg ist sie. Hoffentlich auf nimmer Wiedersehen. Und Tschüss!

Auswurf

Endlich! Die Schonzeit der Zander ist vorbei, die neue Basecap mit dem Vereinslogo kann endlich beim Fischen gezeigt werden. Mit Stolz aufrecht und mehrfach zurechtgerückt, extra theatralisch versteht sich, wie es sich für einen ordentlichen Anger gehört, gut sichtbar für die anderen Kameraden. Um den See mit den beiden Inseln, die einst die Wasserfläche trennte in zwei Seen. Durchbrochen mit Geldern aus der Fischereiabgabe, entstand vor Jahrzehnten eine größere Wasserfläche, genau richtig, mit viel Schwung den Spinner zwischen den Inseln durch zupfeffern, genug Zeit mit der Spinnrute Zander oder Hechte zu reizen, in der Hoffnung einer beißt. Ja. Einer sollte schon beißen. Ohne sich umzusehen wird Schwung geholt, im Schwung stimmt etwas nicht, ein Widerstand, der bisher nicht war. Noch beim Schwung holen schreit der Kamerad mit seiner neuen Kappe. Im weiten Bogen fliegt sie mit hinaus, landet exakt zwischen den Inseln, der Spinner taucht, die Mütze vom Kopf gezogen, geflogen, schwimmt. Ganz theatralisch macht sie langsam den Abgang, verschwindet im Off. Begleitet von den Flüchen des Bestohlenen. „Beruhige dich! Es gibt mehr Kappen. Kriegst ne‘ Neue von mir.“ Doch der Kamerad tanzt wie wild, als ob er Rumpelstilzchen ist. Und wenn er nicht gestorben ist, tanzt er noch heute an den Wellen.

Blöder Morgen

Samstag! Wochenende von der Arbeit. Eben die 120 km abgerissen, viel über die Autobahn, dann steil den Berg hinauf bis hin zum schnell fließenden Bach mit den Auswaschungen am Ufer, Stromschnellen und den wenigen Wasserfällen bei Hochwasser, wenn die Wassermassen über die Steilstellen schießen. Heute scheint die Sonne, das Wasser ist klar, ideales Angelwetter. Wenn nur… wenn nur nicht die Kühlbox 120 km vom Ziel entfernt stehen würde. Nämlich in der eigenen Garage auf der Beifahrerseite. Naja. Wird schon kein Fisch beißen, so früh. Der wäre hin bis zum Abend, denkt er, hängt die Fliege mit Vorfach in die altbewährte, schon abgegriffene Fliegenrute mit Schnur, besieht sich alles noch einmal und los geht es. Der erste Wurf an diesem Morgen, der ein schöner ist. Umplätschert vom fließenden Wasser, sauerstoffreich mit vielen Störsteinen, Kühlung an der Neopren-Wathose. Er schwingt die Rute durch die Luft. Der Fliege, wäre es eine Echte, würde schwindlig werden. Vorn, hinten, vorn, hinten, ein paar Mal, dann legt unser Angler sie ab hinter dem Störstein. „Da sollte Eine stehen.“ Blöder Morgen weiterlesen

Zwei Angler

Die Sonne brennt heiß auf den See, der Wind zieht die letzten Blätter vom Vorjahr aus der Eiche, weht sie auf die Wellen. Eben die, die den Angler blenden, trotz Polarisationsbrille. Beide Freunde der Fischwaid stehen keine drei Meter von einander entfernt, werfen aus, holen ein, plaudern über Montierungen, Gerätschaften, den besten Angelladen und freuen sich an der Sonne. Bald sind die nahen Bereiche befischt, es muss ummontiert werden. Jetzt kommt die Wasserkugel dran. Zügig mit geübten Handgriffen laufen die Knoten in die Schnüre, die Bleie auf das Vorfach, wenig später ist die Rute zum Auswerfen bereit. Noch eben eine Zigarette, angezündet und gezogen, qualmt sie im Mund des Kumpels. „Nu‘ werfe ich aus“, spricht er, holt Schwung, dreht sich leicht nach rechts und krack. Irgendwas ist passiert, der Schwung war schneller zu Ende, als sonst. Der Nachbar schreit den Namen der Masse, die wir Menschen hinten ausscheiden, flucht weiter. „Du Depp! Was machst du denn?“ Zwei Angler weiterlesen